Serie

M – eine Stadt sucht einen Mörder

Wenn man Fritz Langs Filmklassiker zum ersten Mal sieht, könnte man voreilig denken, dass dies ein emotional kalter, den Zuschauer abweisender Film sei: Die Figuren leben nur als Zeugen und Träger ihrer Zunft, sie sind nicht psychologisch oder sonstwie charakterisiert, die Berliner Straßen kennen keinen Himmel, nicht die Wärme der Sonnenstrahlen, die Gespräche drehen sich fanatisch alle nur um eines: um den Kindsmörder und um die Furcht vor ihm.

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Kino

JU DOU

Filme überraschen mich nicht mehr. So dachte ich, bis ich JU DOU sah. Zhang Yimou hat ein Meisterwerk erschaffen, das als Erzählung überwältigt und in seiner Bildsprache mitreisst.

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Kino

ALIEN COVENANT

Wie gründen sich Filmreihen? – Wenn Filme in Fortsetzung gehen, geht es darum, das Gewohnte nur anders in die Welt zu bringen. Die guten Forsetzungsreihen nehmen sich dieses Problems auf eine innovative, den Zuschauer fordernde, intelligente Art an – kurz sie überraschen uns, indem sie mit den Regeln der Welt spielen, sie aber nicht brechen. Je besser das Verständnis der Regeln sind, die den Kultstatus oder den Erfolg des ersten Films der Reihe gegründet haben, um so vielfältiger und überraschender werden die Fortsetzungen.

Die ALIEN Filme sind in der Hinsicht paradigmatisch für eine gelungene Filmreihe, wenn auch nicht alle Filme stark sind. ALIEN COVENANT tut sich in der Hinsicht leider schwer.

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Allgemein, Kino

Warum das Ende immer enttäuscht

Eine Gedankenskizze: Woher dieses schale Gefühl am Ende eines Films, jeden Films, selbst am Ende eines Films, den man mochte? Dieses Gefühl der Enttäuschung, wenn die Welt der Fiktion, die Welt der ewigen Liebe, der überkommenen Gefahren, gewonnen Einsichten verlassen werden muss?

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Kino

THE WOLF OF WALL STREET

Wie stellt man die Welt des Scheins, des Pomps und der aufgeblasenen Egos bloß? – Heute, nicht nur durch die Präsidentschaft Trumps, ist die Frage aktuell wie eh und je.

Man tut es nicht, indem man den Zeigefinger hebt, das ist klar, und Martin Scorsese weiß das genau. Sein Team und er entscheiden sich in THE WOLF OF WALLSTREET für einen anderen Ansatz.

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Kino

FORREST GUMP

Ein Klassiker, nicht das Buch, aber der Film: FORREST GUMP. Tom Hanks wurde spätestens mit dieser Rolle weltberühmt, gewann Preise, darunter einen Academy Award. Aber nur wenigen ist bewusst, welche Hautfarbe Tom Hanks in seiner Rolle wirklich – auf der Ebene der Metapher – hat. Ein Tipp: Er ist nur auf der Leinwand weiß.

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Allgemein, Kino

Genre-Kniffe in THE MIST und UNFORGIVEN

Wie zeigt man, dass die Charaktere trotz Menschlichkeit – trotz der Fehler, die wir alle begehen – böse sind? Man lässt die Tat, die den Charakterzug, der als böse empfunden wird, aus dem Täter herauszerrt, von zweien ausführen. Dann zeigt sich Bösheit in Differenz zu einem, der die Tat bereut, gutmütig ist. Bereuen und Abbitte leisten kann in Hollywoods Genre-Filmen immer nur einer, nicht beide.

So ist es z. B. bei THE MIST – Jim und sein Kumpel gehen unterschiedliche Wege im Laufe der Erzählung: Der eine wird der Freund des Familienvaters, der andere will dessen Sohn töten und opfern. Auch bei UNFORGIVEN, Clint Eastwoods Meisterwerk, findet sich dieses Muster: Davey und Mike tun Delilah Gewalt an, aber nur Davey bereut, er ist noch jung, er wusste nicht, was er tut. Mike hingegen bleibt das Böse und wir verachten ihn.