THE BAD BATCH

Genre-Filme kann man oft über den Exzess im Verhältnis zur Handlung definieren: Action-Filme betonen die Bewegung, die Explosion, die gezückte Waffen; Porno-Filme zeigen Genitalien und breiten Körperflüssigkeiten vor uns aus; Horror-Filme geben der gruseligen Atmosphäre Vorrang; das Melodrama betont das Recht der Gefühle gegen die harten Fakten des Lebens usw. Jegliche Klassifikation von Filmen in eindeutig geschiedene Genres ist natürlich ein Konstrukt, d. h., man muss die Kriterien anerkennen, an die Unterscheidung vor dem Film glauben, um den jeweiligen Film einer Genre-Kategorie zuordnen zu können.

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Genre-Kniffe in THE MIST und UNFORGIVEN

Wie zeigt man, dass die Charaktere trotz Menschlichkeit – trotz der Fehler, die wir alle begehen – böse sind? Man lässt die Tat, die den Charakterzug, der als böse empfunden wird, aus dem Täter herauszerrt, von zweien ausführen. Dann zeigt sich Bösheit in Differenz zu einem, der die Tat bereut, gutmütig ist. Bereuen und Abbitte leisten kann in Hollywoods Genre-Filmen immer nur einer, nicht beide.

So ist es z. B. bei THE MIST – Jim und sein Kumpel gehen unterschiedliche Wege im Laufe der Erzählung: Der eine wird der Freund des Familienvaters, der andere will dessen Sohn töten und opfern. Auch bei UNFORGIVEN, Clint Eastwoods Meisterwerk, findet sich dieses Muster: Davey und Mike tun Delilah Gewalt an, aber nur Davey bereut, er ist noch jung, er wusste nicht, was er tut. Mike hingegen bleibt das Böse und wir verachten ihn.