HEAT – Genre Filme und Autorenfilme

HEAT habe ich gestern vermutlich zum zwanzigsten Mal gesehen. Auch bei dieser Sichtung hat der Film in mir dieselben Gefühle und dieselbe Begeisterung wachgerufen wie bei der ersten. Ich will kurz in ein paar Blog-Einträgen zeigen, was das Geniale an HEAT ist, welche Details diesen Film zu einem „gefühlt perfekten“ Spiel- und vor allem Genrefilm machen.

Weiterlesen „HEAT – Genre Filme und Autorenfilme“

Advertisements

GODLESS

Western sind Mythenbegründer, und das von Anfang an. Das amerikanische Kino bediente sich der Cowboys, um sich selbst als Institution zu festigen. Am Anfang standen die projizierten Bewegungsbilder (wie so viele disruptive Innovationen der Gesellschaft) auf wackligen Füßen. Wie das meiste, was neu ist, brauchten auch die Filmstreifen eine Legitimation, eine Daseinsberechtigung, die sie nicht aus sich selbst heraus hervorbringen konnten. Das Kino kam, um zu bleiben, deshalb durfte sich sein Reiz nicht in der Illusion der Bewegungsbilder erschöpfen.

Weiterlesen „GODLESS“

Was ich mir von der ARD wünsche

Die Diskussion gibt es schon lange, sie wird heute nur noch verschärft geführt: Das Programmangebot der öffentlich-rechtlichen Sender ähnelt immer mehr dem der privaten Sender, es gibt ein Overkill an Krimis, bei finanziell solider Auslastung gibt es nur den Einheitsbrei und keine Geduld für Quotenversager, Qualität findet man woanders und an diesem Ort die Jugend bestimmt auch gleich mit usw. Okay, klar.

Was mich aber interessiert ist: Wieso reduziert die ARD (stellvertretend für die Öffis) ihren Auftrag („einen Beitrag zur individuellen und öffentlichen Meinungsbildung zu leisten und so zu einem funktionierenden demokratischen Gemeinwesen beizutragen“) auf aktuelle, journalistische Themen und Inhalte statt sich mit der Medienkompetenz des Publikums auseinander zu setzen?

Weiterlesen „Was ich mir von der ARD wünsche“

THE BAD BATCH

Genre-Filme kann man oft über den Exzess im Verhältnis zur Handlung definieren: Action-Filme betonen die Bewegung, die Explosion, die gezückte Waffen; Porno-Filme zeigen Genitalien und breiten Körperflüssigkeiten vor uns aus; Horror-Filme geben der gruseligen Atmosphäre Vorrang; das Melodrama betont das Recht der Gefühle gegen die harten Fakten des Lebens usw. Jegliche Klassifikation von Filmen in eindeutig geschiedene Genres ist natürlich ein Konstrukt, d. h., man muss die Kriterien anerkennen, an die Unterscheidung vor dem Film glauben, um den jeweiligen Film einer Genre-Kategorie zuordnen zu können.

Weiterlesen „THE BAD BATCH“

Genre-Kniffe in THE MIST und UNFORGIVEN

Wie zeigt man, dass die Charaktere trotz Menschlichkeit – trotz der Fehler, die wir alle begehen – böse sind? Man lässt die Tat, die den Charakterzug, der als böse empfunden wird, aus dem Täter herauszerrt, von zweien ausführen. Dann zeigt sich Bösheit in Differenz zu einem, der die Tat bereut, gutmütig ist. Bereuen und Abbitte leisten kann in Hollywoods Genre-Filmen immer nur einer, nicht beide.

So ist es z. B. bei THE MIST – Jim und sein Kumpel gehen unterschiedliche Wege im Laufe der Erzählung: Der eine wird der Freund des Familienvaters, der andere will dessen Sohn töten und opfern. Auch bei UNFORGIVEN, Clint Eastwoods Meisterwerk, findet sich dieses Muster: Davey und Mike tun Delilah Gewalt an, aber nur Davey bereut, er ist noch jung, er wusste nicht, was er tut. Mike hingegen bleibt das Böse und wir verachten ihn.