Jugend ohne Gott – der Film

Ein deutscher Jugendfilm, Scifi. Ich lese die ersten Seiten des Drehbuches und empfinde nur Wut und Trauer für das, was die Autoren Ödön Horváth antun. Warum muss das feinfühlige Buch JUGEND OHNE GOTT, das in einer düsteren Zeit die Fackel für die Menschlichkeit aufrecht hält, für einen Jugendfilm herhalten?

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Die Helden bei Pixar

Ein schönes, kompaktes Video mit den gewohnt herzlichen Animationen von Pixar. Es geht um die Story-Struktur von FINDING NEMO, TOY STORY und THE INCREDIBLES. Die Tipps gibt Euch Michael Arndt, bekannt durch sein Drehbuch zu LITTE MISS SUNSHINE und zu einem der letzten STAR WARS Filme.

Schaut rein, es ist wirklich sehr schön gemacht.

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THE WOLF OF WALL STREET

Wie stellt man die Welt des Scheins, des Pomps und der aufgeblasenen Egos bloß? – Heute, nicht nur durch die Präsidentschaft Trumps, ist die Frage aktuell wie eh und je.

Man tut es nicht, indem man den Zeigefinger hebt, das ist klar, und Martin Scorsese weiß das genau. Sein Team und er entscheiden sich in THE WOLF OF WALLSTREET für einen anderen Ansatz.

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Zarah – ZDF Serie

Das ZDF zeigt eine neue Serie ZARAH, ich habe in das Drehbuch, das Stichwort Drehbuch legal zum Download bereitstellt, mal reingeschnuppert.  Die Autoren sind Vollprofis der deutschen TV-Branche, das Drehbuch ist entsprechend, nun ja, überraschungsarm und geradlinig – wie zu erwarten sehr zum Nachteil des Stoffes.

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MANCHESTER BY THE SEA

Ein trauriger, toller Film. Wovon lebt MANCHESTER BY THE SEA außer oder jenseits der großartigen Performance der Darsteller? – Ich finde: Es ist das Drehbuch, es ist beeindruckend gut geschrieben und fühlt den Seelenzustand einer tragischen Figur anteilnehmend nach.

Schauen wir uns das Drehbuch jenseits der formalen Struktur an, jenseits der Plot Points usw. Die wichtigste Zutat für Geschichten sind immer noch die Beziehungen der Figuren, und hier stellt sich die Frage: Wie können wir die Beziehung von Lee und den Frauen (die unbekannten, die by-stander) bezeichnen?

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Genre-Kniffe in THE MIST und UNFORGIVEN

Wie zeigt man, dass die Charaktere trotz Menschlichkeit – trotz der Fehler, die wir alle begehen – böse sind? Man lässt die Tat, die den Charakterzug, der als böse empfunden wird, aus dem Täter herauszerrt, von zweien ausführen. Dann zeigt sich Bösheit in Differenz zu einem, der die Tat bereut, gutmütig ist. Bereuen und Abbitte leisten kann in Hollywoods Genre-Filmen immer nur einer, nicht beide.

So ist es z. B. bei THE MIST – Jim und sein Kumpel gehen unterschiedliche Wege im Laufe der Erzählung: Der eine wird der Freund des Familienvaters, der andere will dessen Sohn töten und opfern. Auch bei UNFORGIVEN, Clint Eastwoods Meisterwerk, findet sich dieses Muster: Davey und Mike tun Delilah Gewalt an, aber nur Davey bereut, er ist noch jung, er wusste nicht, was er tut. Mike hingegen bleibt das Böse und wir verachten ihn.

THE MIST – das Buch und die Verfilmung

THE MIST inspiriert sich an Stephen Kings Buchvorlage, geht aber einen Schritt weiter, nämlich einen Schritt aus dem besagten Nebel hinaus. ***MAJOR SPOILER*** Das Setting, die Handlung, die Figuren und der Kernkonflikt bleiben gewahrt, aber das Thema, der emotionale Kern der Geschichte, wird dadurch arg beeinträchtigt.

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YOU WERE NEVER REALLY HERE

Der Film YOU WERE NEVER REALLY HERE kommt bald in die Kinos, das Buch von Jonathan Ames, worauf die Verfilmung basiert, gibt es schon seit ein paar Jahren. Es ist eher eine Novelle, kurz gehalten, konzentriert, eindeutig aus dem Neo-Noir-Genre. Den Film kenne ich noch nicht, das Buch habe ich gerade gelesen. Schnell, packend, kompakt erzählt, die hundert Seiten habe ich verschlungen.

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MISSION: IMPOSSIBLE 2

Guter Dialog in MISSION: IMPOSSIBLE 2. Natürlich geht er dem Star des Films über die Lippen: In einer Szene, sie könnte aus den Agenten-Thrillern der sechziger Jahre sein, bespricht Ethan Hunt mit Nyah ihren Einsatz als Agentin im Bett des Schurken. Sie konfrontriert ihn, will seine Meinung wissen, seine persönliche.

Er schaut sie an: „Would it make you feel better, if you knew I don’t want you to go?“ – „Yes.“ – „Then feel better!“, sagt Ethan. Ein schöner Dialog, weil die offensichtliche Info – er möchte nicht, dass sie das tut, aber als Agent wäre es das richtige – wunderbar verpackt und der Filmszene, die klassisch-kanonisch ist, Frische verleiht.

Dialogsätze im Konditional sind schwierig, zu kompliziert für die Darsteller, zu viel Info, die die Unmittelbarkeit der Szene belastet. Hier aber funktioniert der Dialog, weil der Kontext gut und breit entwickelt wurde und der verschachtelte Konditionalsatz von kurzen Antworten gerahmt wird, die den emotionalen Höhepunkt bilden.

BETTER CALL SAUL – Season 3

Wieder eine großartige Staffel, die selbstsicher auf packende Höhepunkte zugunsten von leisen Andeutungen und Veränderungen, die uns an den Bildschirm fesseln, verzichtet: BETTER CALL SAUL, die dritte Staffel.

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