Warum das Ende immer enttäuscht

Eine Gedankenskizze: Woher dieses schale Gefühl am Ende eines Films, jeden Films, selbst am Ende eines Films, den man mochte? Dieses Gefühl der Enttäuschung, wenn die Welt der Fiktion, die Welt der ewigen Liebe, der überkommenen Gefahren, gewonnen Einsichten verlassen werden muss?

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Apple will die Realität erobern

Gestern war die Produktpräsentation von Apple. Wieder wurden neue Produkte vorgestellt. Interessant fand ich aber, dass Apple anscheinend vor hat, in den öffentlichen Raum zu drängen. Das wohl teuerste Unternehmen der Welt dreht den Spieß um: Die Smartphones, die früher Hort der Privatsphäre waren, werden nun Instrumente der Öffentlichkeit, die Gesichtserkennung ist nur der zweite Schritt (nach dem Erkennen des Fingerabdrucks) in diese Richtung.

Dies kündigt sich im Vorhaben an, Appelstores als „town squares“ zu entwerfen und dort, im Rahmen einer kommerziellen Öffentlichkeit, den Konsumenten die Produkte und Leistungen des Unternehmens anzubieten. Konsumenten werden teil einer Öffentlichkeit, die eine Firma ins Leben ruft.

Weitaus interessanter ist die neue Transformation des Smartphones in ein Tool für Augmented und Virtual Reality. Sascha Lobo macht auf die ausgebauten Fähigkeiten von Smartphones aufmerksam: Pokemon-Jäger im öffentlichen Raum waren nur die Vorboten einer technologischen Entwicklung, in der Digitales im wirklichen Raum sichtbar wird.

Prophetisch gesprochen: Eine neue Art der Realität erwartet uns, eine, die Geräte und Dinge durch Apps ersetzt, alles zur Oberfläche verwandelt und eine neue Öffentlichkeit gründet. Das Digitale kriegt damit sichtbar Macht über die analoge Wirklichkeit. Ob gut oder schlecht – wer mag das zu sagen?

 

4 BLOCKS

Die TNT Serie 4 BLOCKS wird zurecht in den meisten Medien gefeiert. Auf dieser Website gibt ein paar Zusatz-Infos und die Synopsis zur Serie. Die Serie ist eine Empfehlung, schön kurz, erzählt sie nicht mehr, als sie sollte.

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THE WOLF OF WALL STREET

Wie stellt man die Welt des Scheins, des Pomps und der aufgeblasenen Egos bloß? – Heute, nicht nur durch die Präsidentschaft Trumps, ist die Frage aktuell wie eh und je.

Man tut es nicht, indem man den Zeigefinger hebt, das ist klar, und Martin Scorsese weiß das genau. Sein Team und er entscheiden sich in THE WOLF OF WALLSTREET für einen anderen Ansatz.

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RUBBER

Ein Reifen, der zunächst Raben, dann Menschen umbringt. Allein durch seine telekinetischen Kräfte. Ein Reifen, der durch die Wüste kullert, umher irrt, bis er seine große Liebe entdeckt: eine attraktive junge Frau – natürlich und doch ist in diesem Film nichts selbstverständlich. Polizeibeamte (wie aus dem Bilderbuch des amerikanischen Genre-Kinos), die den mörderischen Reifen jagen – das alles bietet Euch RUBBER, ein merkwürdiger, unterhaltsamer Film von Quention Dupieux, der als Mr. Oizo der legendären französischen DJ-Formation Ed Banger bekannt wurde.

THE CHASE

Ein Arthur Penn Film neu auf Netflix: THE CHASE. Kleinstadt-Hysterie, alte Wunden, Rassismus und unerfüllte Liebe – die Themen vermischen sich bis zum tragischen Ende. Ich wollte nur kurz reinschauen, bin aber hängen geblieben.

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Zarah – ZDF Serie

Das ZDF zeigt eine neue Serie ZARAH, ich habe in das Drehbuch, das Stichwort Drehbuch legal zum Download bereitstellt, mal reingeschnuppert.  Die Autoren sind Vollprofis der deutschen TV-Branche, das Drehbuch ist entsprechend, nun ja, überraschungsarm und geradlinig – wie zu erwarten sehr zum Nachteil des Stoffes.

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MANCHESTER BY THE SEA

Ein trauriger, toller Film. Wovon lebt MANCHESTER BY THE SEA außer oder jenseits der großartigen Performance der Darsteller? – Ich finde: Es ist das Drehbuch, es ist beeindruckend gut geschrieben und fühlt den Seelenzustand einer tragischen Figur anteilnehmend nach.

Schauen wir uns das Drehbuch jenseits der formalen Struktur an, jenseits der Plot Points usw. Die wichtigste Zutat für Geschichten sind immer noch die Beziehungen der Figuren, und hier stellt sich die Frage: Wie können wir die Beziehung von Lee und den Frauen (die unbekannten, die by-stander) bezeichnen?

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FORREST GUMP

Ein Klassiker, nicht das Buch, aber der Film: FORREST GUMP. Tom Hanks wurde spätestens mit dieser Rolle weltberühmt, gewann Preise, darunter einen Academy Award. Aber nur wenigen ist bewusst, welche Hautfarbe Tom Hanks in seiner Rolle wirklich – auf der Ebene der Metapher – hat. Ein Tipp: Er ist nur auf der Leinwand weiß.

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Genre-Kniffe in THE MIST und UNFORGIVEN

Wie zeigt man, dass die Charaktere trotz Menschlichkeit – trotz der Fehler, die wir alle begehen – böse sind? Man lässt die Tat, die den Charakterzug, der als böse empfunden wird, aus dem Täter herauszerrt, von zweien ausführen. Dann zeigt sich Bösheit in Differenz zu einem, der die Tat bereut, gutmütig ist. Bereuen und Abbitte leisten kann in Hollywoods Genre-Filmen immer nur einer, nicht beide.

So ist es z. B. bei THE MIST – Jim und sein Kumpel gehen unterschiedliche Wege im Laufe der Erzählung: Der eine wird der Freund des Familienvaters, der andere will dessen Sohn töten und opfern. Auch bei UNFORGIVEN, Clint Eastwoods Meisterwerk, findet sich dieses Muster: Davey und Mike tun Delilah Gewalt an, aber nur Davey bereut, er ist noch jung, er wusste nicht, was er tut. Mike hingegen bleibt das Böse und wir verachten ihn.