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Jeder Nation sein Serialkiller – über MANHUNT UNABOMBER und LA MENTE auf Netflix

 

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Von nichtssagenden Titeln und Banken

BAD BANKS findet sich in den Mediatheken von Arte und ZDF. Ich kann mich nicht erinnern, solch eine gute deutsche Serie je im Fernsehen gesehen zu haben. Ich bin noch nicht durch, ich hoffe, die Auflösung verspricht, was die ersten beiden Folgen anteasern.

Hier ein paar Stichpunkte, warum die Serie so gut ist:

  • Das Bankenmilieu ist als weiß und männlich verpönt – und ist im wahren Leben vermutlich auch vermutlich so. Deshalb ist es doppelt so schön, eben nicht die Männer im Zentrum der Serie zu sehen, sondern Frauen. Konfliktpotential hoch zwei.
  • Mit den jungen Frauen und ihren Ansprüchen an sich und an die Gesellschaft werden die jungen Zuschauer abgeholt. Ein guter Einstieg in die Welt der Hochfinanzen, zugleich sind die Figurenbeschreibungen nicht belehrend gehalten, sondern bleiben das, was sie sind: Figurenbeschreibung. Super!
  • Die Männer kommen nicht zu kurz – wie könnten sie jemals? Die Serie bietet trotzdem nicht den großspurigen selbstüberschätzenden weißen Mann, der heute quasi die Blaupause aller gesellschaftlicher Verachtung geworden ist. Wenn die Figuren nicht im Drehbuch klar dinstinguiert beschrieben wurden, werden sie es durch die Besetzung. Tobias Moretti, toll! Wohingegen der koksende Rüpel gleich in der ersten Folge abschmiert – Abgesang an das Klischee..
  • Was zählt ist Leistung und Sieg jenseits der Stereotypen. Diese Moral wird propagiert, die Besetzung, die vielen Sprachen in einem Büroraum, versprechen eine Gemeinschaft jenseits von Ethnien (und Geschlecht), vereint im Sexismus gegen den Körper der jungen Frau (immer als Metapher in diesem Milieu präsent). Vielschichtig!
  • Die Dialoge sind überraschend (!) gut; mitunter irritiert der harsche Ton im Büro etwas – aber vielleicht soll das auch zum Lokalkolorit beitragen

Ich bin sehr gespannt, wie die Serie weitergeht und kann sie nur empfehlen. Einzig der Titel hört sich etwas oll an. Aber nun ja…

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O. J. Simpson im Prozess

Eine zeitgenössische Serie, obwohl sie in den 90gern spielt: Das Courtroom-Drama um O.J. Simpson wird neu aufgerollt mit einem großartigen Cast und einem spannenden Drehbuch. Der Freispruch am Ende ist der Serie schon bekannt: Es geht um die Akteure, die Wendungen – alles sehr retro und doch sehr aktuell. Georg und Eral fanden AMERICAN CRIME STORY: THE PEOPLE V. O. J. SIMPSON großartig. Sie reden über die Serie (aktuelle auf Netflix) und kommen lange auf die Kardashians zu sprechen, die sie nicht kennen, aber doch irgendwie, scheint es, von ihnen fasziniert sind.

 

Der Podcast ZWISCHEN BABY UND BILDSCHIRM findet sich auf den meisten Podcatchern.

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Jedem Film sein eigener Blindspot

Jeder Film hat seinen eignen Blindspot. Was ist ein Blindspot? – Ein Bereich in deinem Sehfeld, den du leichtfertig übersiehst oder nicht sehen kannst. Autofahrer kennen Blindspots, sie gehören zum Fahrerlebnis, zu der Beschaffenheit der Wagen und ihrer Spiegelsysteme. Im Kino sind die Blindspots mitten im Gesichtsfeld, mitten im Bild, immer im Licht, immer erkenntlich. Sie gehören auch zu der Erfahrung der Zuschauer.

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M – eine Stadt sucht einen Mörder

Wenn man Fritz Langs Filmklassiker zum ersten Mal sieht, könnte man voreilig denken, dass dies ein emotional kalter, den Zuschauer abweisender Film sei: Die Figuren leben nur als Zeugen und Träger ihrer Zunft, sie sind nicht psychologisch oder sonstwie charakterisiert, die Berliner Straßen kennen keinen Himmel, nicht die Wärme der Sonnenstrahlen, die Gespräche drehen sich fanatisch alle nur um eines: um den Kindsmörder und um die Furcht vor ihm.

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Ebook „Rückkehr der Greifenreiter“

Für alle, die sich für eine gute Geschichte interessieren: Mein neues Ebook ist auf Amazon erschienen, eine Fantasy-Geschichte nicht nur für junge Leser.

Vielleicht ist die Geschichte für den einen oder anderen interessant? – So oder so, wenn Ihr mir eine Freude machen wollt, freue ich mich über eine kleine Rezension oder eine Bewertung auf Amazon.

Auf dieser Website findet Ihr mehr Infos zur Fantasy-Welt und zu den Figuren.

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Britische Party-Girls, die Erzähler des Agta-Volkes und Harvey Weinstein – Friday-Links

Erzählenkönnen macht sexy

Die Agta sind Nomaden, sie ziehen in kleinen Gemeinschaften durch das philippinische Land, jedes Mitglied der Gemeinschaft ist spezialisiert: Jäger, Sammler… die Jagd sichert ihr Überleben. Das Volk der Agta sollte die Frage beantworten, wen sie unter sich am begehrenswertesten finden. – Die Antwort überrascht: Es sind nicht die stärksten, nicht die klügsten, nicht die besten Jäger oder Fischer, nein, es sind die Geschichten-Erzähler. Das Erzählen von Geschichten scheint in ihrer Gemeinschaft besonders wichtig zu sein, da durch Geschichten eine gemeinsame Moral propagiert, praktisches Wissen ausgetauscht und der Gemeinschaftssinn gestärkt werde.

Es hat mich sehr überrascht, zu lesen, dass einer Tätigkeit, die keinen direkten praktischen Nutzen für die Gemeinschaft hat (wie z. B. das Jagen, Tischlern, Bauen, Ernähren…), der höchste Stellenwert in der Gemeinschaft zukommt. Erzählen ist wichtiger als man denkt – und packendes, gutes Erzählen umso mehr.

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