Eine neue Podcast-Folge ist wieder online. Es geht um THE GOOD WIFE und DR. HOUSE – Klassiker-Serien des linearen Fernsehens, die sich aber auch sehr gut streamen lassen.

#podcast #bingen #netflix #drehbuch

https://soundcloud.com/user-769216440/folge-27-the-good-wife-dr-house-procedurals-zum-bingen-netflix

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Mooncake und Gary klatschen sich ab

Auf Netflix gibt es eine wunderbare kurze Mini-Serie zu entdecken: FINAL SPACE. Die Serie vermischt genau die richtigen Szenen und Momente aus Star Wars, Star Trek, Alien, Matrix und anderen kanonischen SciFi-Filmen. Die Serie bietet viel Action, viel Rumgeballere und viel Blut.

Aber sie schafft es auch komisch zu sein. Komik ohne Zynismus. Das liegt daran, dass die Serie um die Entwicklung der Figuren, um ihre Beziehung geschrieben ist. Der beschriebenen Welt fehlt es an Regeln: Es scheint alles möglich und als Zuschauer wurde ich immer wieder überrascht, dass Regeln nur nachlässig etabliert werden. Ich denke hier z. B. an Mooncake, den grünen, sympathischen Weltenvernichter. Es ist nie ganz klar, wann und warum er seine Kräfte einsetzt: Eigentlich, wenn er so stark ist, könnte er ganze Armeen auslöschen, er tut es aber nicht. Denn die gefährlichen Szenen, in die die Freunde geworfen werden, wären dann nur halb so schlimm…

Aber an solchen Fragen soll man sich nicht aufhalten. Die Serie ähnelt THE SIMPSONS in der Hinsicht, dass der Protagonist ein weißer, etwas dümmlicher, leicht zu beeindruckender Mann ist, der seine Herzensdame über alles liebt und ihr immer treu bleibt. Natürlich ist er sensibel und kindlich einfach im Befolgen von Prinzipien, die das Leben ihm vorschreibt – ihm soll schließlich unsere Sympathie zufliegen. Sein Trauma, der Verlust des Vaters, als er ein Kind war, schreibt der Serie den Humor vor: Pubertierenden Humor, jedoch ohne abfällig zu wirken. Und das sehe ich als große Leistung an.

Die Folgen sind simpel zu folgen, haben eine einmalige Kombination von Humor und Brutalität, die es so nur im Cartoon-Stil geben kann. Das Ende enttäuscht etwas, aber so tut es auch der ganze Plot. Der Humor jedoch rettet die Serie.

Auf alle Fälle eine Seh-Empfehlung.

Die Namensgeber der Serie in Gesellschaft von Filmemachern und Schauspielern

Ich habe nur bis zum Ende der zweiten Folge ausgehalten.

Dabei wollte ich die Serie DOGS OF BERLIN wirklich mögen: Berlin ist meine Lieblingsstadt, das Crime-Genre liebe ich, die Figuren sind allesamt wirklich originell und überraschen, der Dialog hat Tempo, die Bildkomposition ist (für eine deutsche Crime-Serie) anspruchsvoll. Die Macher wollen Verbrechen in Berlin im XXL-Format erzählen. Und sie haben die Kohle dazu. Wunderbar, gerne!

Aber es macht alles keinen Sinn. Der Plot nicht, die Entscheidungen nicht, das Drama nicht. Am Ende der ersten Folge wird das Prinzip der Erzählung klar: Es gilt, Berlin und alles, was in Deutschland und in der internationalen Öffentlichkeit Schlagzeilen gesammelt hat, in eine serielle, fiktionale Crime-Serie zu packen.

Okay.

Das Ergebnis strapaziert das ästhetische Empfinden, also das, was man sich auf der heimeligen Couch zumuten will. Es ist schön, wenn Filmemacher ein Wagnis eingehen. Mal funktioniert’s, mal nicht — hier scheint es nicht aufzugehen.

Das kann passieren. Ein Reinfall ist noch kein Nachruf auf die Schaffenskraft der Filmemacher.

Ende der ersten Folge geschieht aber etwas, das mich wütend gemacht hat. Ich war zornig, wie die verantwortlichen Mainstream-Drehbuchautoren so lapidar mit dem Vertrauensvorschuss umgehen können, den wir ihnen als ZuschauerInnen schenken.

+++ Spoiler +++

Der korrupte Bulle sucht nämlich die Nationalmannschaft auf, sein Ziel: Er will sie dazu bringen, schlecht zu spielen. Und er schafft es. Wie? – Indem er ihnen plump sagt, dass ihr Freund und Kollege gestorben ist. Wir sehen trauernde junge Männer, sie weinen, sind aus der Fassung. Nächste Szene: Der korrupte Bulle entfernt sich von der Mannschaft. Er lächelt, er hat es geschafft, die Spieler werden schlecht spielen.

Diese Szene ist blanker Hohn, sie ist menschenverachtend, sie gehört in keine Erzählung, die sich offen an ein breites Publikum richtet. Es geht hier darum, den Tod einer Person auszunutzen (okay, das passiert in vielen Filmen), doch hier wird die Trauer und das Mitgefühl missbraucht, um die eigenen niederen Ziele zu verfolgen. Hier wird absichtlich die Menschlichkeit des anderen ausgenutzt. Das ist Stoff für 90-Minuten-Drama, der Höhepunkt eines Films, und darf nicht als bloßes Hindernis, als Zwischenschritt in der Handlung, für einen Plot missbraucht werden.

Diese Entscheidung ist nicht dadurch zu rechtfertigen, dass es sich um einen bad boy handelt, der sein Ziel verfolgt. Oder dass es ein Crime-Thriller ist, wo sich die moralischen Werte der Figuren radikal von unseren gesellschaftlichen Werten unterscheiden.

Das ist einfach nur schlechtes Erzählen. Schade!

Ganz neu auf Netflix: Ein guter deutscher Film, der lose eine (Western-)Parabel mit einem Beziehungsdrama verknüpft. FREMDER FEIND — das ist in diesem Film keine Tautologie.

Die Hauptfigur bewegt sich durch zwei Zeitebenen: Einmal das österreichische Gebirge im Winter, ein menschenfeindliches Land. Und einmal sein behagliches Haus im Frühling, das er zusammen mit seiner Frau bewohnt.

Das häusliche Drama spielt sich langsam ab — es hilft, dass Alltagshandlungen beobachtet und Abweichungen kenntlich gemacht werden, um die psychologische Entwicklung der Figur aufzuzeigen.

Die Welt der Winterlandschaft ist eine Parabel auf Krieg und Kampf. Ein Pazifist muss Krieg spielen, um seine eigene Würde zu wahren. Um nachzuvollziehen, was seinen Sohn in den Krieg getrieben hat, um die Erfahrung zu rekonstruieren. Kurz: Es ist ein existentielles Anliegen, sehr konstruiert zwar, von der Erzählung forciert, aber als Zuschauer ging ich das mit.

Die Parallelmontage von aufregender Fabel und die Psychologie auslotendem Familiendrama klingt natürlich sehr schön. Als ich den Film zu Ende geschaut hatte, zweifelte ich jedoch daran, ob der Film diesen ungewöhnlichen Mix wirklich auf eine befriedigende und für die Hauptfigur faire Art zu Ende denkt.

Es gibt zwei Momente, die einen Verrat an den Figuren andeuten.

+++ Spoiler +++

Einmal der Freitod seiner Frau: Das Klischee aus Filmen mit wenig dramaturgischer Entwicklung, in der eine der Hauptfigur näherstehende Figur (in der Regel ist es die Ehefrau oder die Tochter) notgedrungen im dritten Akt in den Selbstmord getrieben wird, um überhaupt noch so etwas wie eine Katharsis zu erzwingen. Hier passiert auch genau das.

Und einmal ist es das Ende der Parabel: Der Mann jagt seinen Feind und schießt ihn an. Diese Handlung triggert bei ihm — Überraschung, es ist ein Charaktermoment — Mitleid. Das ist ein sehr fernsehtaugliches Ende, wo man niemanden zu nahe tritt. Aber eindeutig eine Entscheidung, die die Figur der Parabel niemals selbst treffen würde. Eine übergestülpte Entscheidung, viel zu hektisch und unvorbereitet erzählt.

Durch dieses Ende wird leider die ganze Substanz der Parabel verraten.

Schade! Aber sonst: FREMDER FEIND ist ein guter deutscher Fernsehfilm.

Großartiger Einstieg, schwaches bis lächerliches Ende. Die Netflix-Serie BODYGUARD überwältigte mich mit Tempo und ihrer Konzentration auf die Persönlichkeit des Bodyguards.

Die britische Serie und der amerikanische Film BODYGUARD mit Kevin Kostner weisen mehrere Gemeinsamkeiten auf. Ich denke, man kann durchaus von einer Geeignetheit von Leibwächtern für ganz bestimmte Story-Tropen sprechen. Manche Erzählmuster drängen sich einfach auf, wenn man eine faszinierende und den Zuschauer ansprechende Leibwächter-Figur schaffen möchte.

Mir sind folgende Gemeinsamkeiten aufgefallen:

* Der Bodyguard agiert professionell, ist jedoch widerwillig, die Schutzbefohlene zu schützen.

* Auch ist ein wesentlicher Wendepunkt der Geschichte, dass der Bodyguard begreift, dass der ehemaliger Kollege sein Widersacher ist. Der Feind lauert in den eigenen Reihen.

* Der Bodyguard beschützt eine attraktive Frau, die nie eine Opferrolle annimmt und auch sich weigert, mit einer Bedrohung zu leben. Die Frau ist auf ihre Art eine starke Persönlichkeit, ist höchst erfolgreich im Beruf und aktiv in der Auswahl ihrer Lover und Gestaltung ihres Sexlebens.

* Die amourösen Verstrickungen mit der Schutzbefohlenen nehmen wesentlichen Raum ein und gehen sogar so weit, den Bodyguard in seiner Persönlichkeit zu erschüttern. Auch die Schutzbefohlene kann sich den neuen Gefühlen nicht entziehen.

* Der gemeinsame Sex vollzieht sich im ersten Drittel der Geschichte. Die Auflösung der Beziehung erfolgt zeitlich unmittelbar darauf.

Fazit: Die Figur des Bodyguards ist umso interessanter, je professioneller sie beim Arbeiten auftritt. Der Bodyguard, auch wenn Film und Serie nach einer Job-Beschreibung betitelt werden, lebt wie jede großartige cineastische Filmfigur von einer Beziehung zu einer anderen Figur, die ihr emotional nahe geht – hier ist es die Beziehung zu einer Schutzbefohlenen, die eigentlich nicht geschützt werden möchte.

+++SPOILER+++

Der Fehler der Serie BODYGUARD ist, dass die Schutzbefohlene zum Midpoint der Serie stirbt. Ihr Ableben hinterlässt in den verbleibenden Folgen eine wahnsinnig große Lücke. Geschlossen wird sie durch Action und Ermittlungsdruck. Das gelingt oft, aber nicht durchgehend. Das Happy-End scheitert und fühlt sich aufgesetzt an. Julia taucht in den letzten drei Folgen einfach nicht mehr auf. Ihr Fehlen zerstört das Versprechen, das in der ersten Folge dem Zuschauer gemacht wurde. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum sich das Ende so aufgesetzt und falsch anfühlt.

Abschließend:Es wäre großartig, wenn sich das Bodyguard-Genre mit dem Spuk-Genre kreuzen könnte. Die Schutzbefohlene kehrt wieder als Geist, der den Bodyguard heimsucht. Kurz: VERTIGO – und James Stewart spielt den Bodyguard. 🙂

Zusammen mit Arno Stallmann von Filmschreiben.de haben wir eine fruchtbare Diskussion über die Do’s und Don’ts der erfolgreichen US-Serie THIS IS US (Das ist Leben) geführt.

Hört mal rein 🙂

https://soundcloud.com/user-769216440/folge-24-this-is-us-das-ist-leben-feelgood-melodrama-auf-rtl-amazon-prime-itunes

Ich habe gerade die erste Folge der Serie BERLIN BABYLON gesehen (die komplette erste Staffel ist in der ARD Mediathek frei verfügbar).

Ich hatte Schwierigkeiten, die Fiktion zu betreten. Kurz: Die Serie konnte nicht ihre Gemachtheit verschleiern.

Das sollte aber das oberste Gebot sein bei Mainstream-Serien: Der Zuschauer muss schnell die Welt der Fiktion betreten können. Und am liebsten für immer drin verweilen wollen.

Weshalb gelang es mir beim besten Willen nicht, mich auf die Figuren und die Erzählung einzulassen?

Hier ein paar Gründe:

*Die Schauspielführung: die Schauspieler betonen selbst unbedeutende Dialogpassagen streng, und kitzeln Bedeutung selbst an den Stellen heraus, die von selbst den Zuschauern einleuchten. Sie generieren Über-Bedeutung. Anders gesagt: Die Schauspieler (besonders die Hauptrollen: der Kommissar und die Typistin) betonen zu stark das Dramatische. Der Effekt: Momente, die der Zuschauer durch Fantasie und Einfühlungsvermögen entdecken könnte, werden niedergewalzt.

*Uli Harnischs Szenenbild: Uli Harnisch, einer der legendären Szenenbildner Deutschlands, scheint mit dieser Serie an seine Grenze gestoßen zu sein. Die Sets sehen nach Theaterbühne aus, und als Zuschauer verliert man nie das Gefühl, dass diese Räume für die entsprechenden Szenen entworfen wurden. Dieses Gefühl muss nicht dem Serien-Genuss konträr laufen, hier aber drängt sich die Wahrnehmung auf, dass die Macher gescheitert sind, glaubhafte Räume zu entwerfen.

Vielleicht ist das Scheitern des Szenenbilds aber auch nur dem Budget geschuldet…

*Der Erzählton: Die Serie scheint sich nicht sicher zu sein, ob sie eine Genre-Erzählung präsentiert oder das Rad für Berlin-Erzählungen-in-den-Goldenen-Zwanzigern neu erfinden möchte. Beispielsweise: Gleich die erste Verfolgungsjagd ist eine generisch und unoriginelle Genre-Szene, altbekannt aus Polizeifilmen. Die Serie schafft es nicht, mich von der Einmaligkeit dieser Szene zu überzeugen. Sie ist einfach ein Imitat von Genre-Szenen – und das nicht einmal besonders gut.

* Die Regieführung: Die unausgegorene Énoncé der Erzählung zeigt sich in der Bildgebung. Die Bilder haben Mühe, sich an einer Tradition zu orientieren. Natürlich sieht alles wunderbar stimmungsvoll aus. Aber darum geht es nicht. Dem Zuschauer müssen klare Angebote gemacht werden, wie und in welchen Bild-Kanon er die Bilder einzuordnen hat: Romantik, Horror, Action usw. Hier bleibt alles offen.

*Heterogenität ist der Teufel. Fiktionen lassen sich leichter betreten, wenn sie einheitlich sind. Die Aneinanderreihung der Szenen erinnert aber eher an ein lose geschnürtes Paket aus einzelnen Szenen als an einen einheitlichen erzählerischen Entwurf, der alles trägt.

Tom Tykwer hat in seiner Filmemacher-Karriere zwei geniale Filme gedreht: LOLA RENNT und WINTERSCHLÄFER. Leider warten wir immer noch darauf, wieder einen guten Film (oder eine gute Serie) von ihm zu sehen.

Eine Anmerkung, die ich mir erlauben möchte bzg. Migranten in deutschen Erzählungen.

Wenn eine Minderheit mit bestimmten Eigenschaften dargestellt wird (dabei kann die Person gerne individualisiert sein, sprich: keine Karikatur), wäre es sehr empfehlenswert, Gegenmodelle innerhalb der Erzählung zu entwerfen. Wenn es nur einen Türken in der Erzählung gibt, und diese Figur ist böse, hasst Kurden usw. dann kann hier durchaus der Vorwurf berechtigt sein, dass man eine Minderheit oder Ethnie falsch darstellt. Der gute Wille des Autors ist nur halb so relevant für die Beurteilung des Stoffes.

Gegenmodelle können mit ihren Werten im direkten Gegensatz zu der bösen Minderheiten-Figur stehen. Oder aber sie sind einfach in der Story da, als Zeichen dafür, dass es auch anders geht.

Beispiele aus deutschen Serien: 4 BLOCKS oder IM ANGESICHT DES VERBRECHENS.

Hier entsteht der klassische Fehler, dass alle (wirklich, alle!) Migranten und Ausländer, die man zu sehen bekommt, Kriminelle sind. Eine unheimliche Engführung von Migration und Kriminalität ist die Konsequenz. Dies wird nicht explizit thematisiert, aber als Zuschauer nimmt man mit: Vorsicht bei Ausländern, besonders Russen, Arabern, Türken, die stehen alle der Kriminalität nahe, kommen aus dem Milieu oder sind gleich Schwerverbrecher.

Wie kann man diesem für Zuschauer oft unbewussten Eindruck entgegenwirken? — Man zeigt Migranten in Rollen, die oft von weißen Männern und Frauen gespielt werden. Migrant-Sein wird so zur Alltäglichkeit, keine Auffälligkeit und kein Differenzierungsmerkmal.

Die Aussage: „Es gibt auch gute Ausländer“ bestätigt eigentlich nur den Spruch: „Alle Ausländer sind Kriminelle (oder dumm, oder ungebildet oder böse usw.)“. Diese Differenz darf nicht in den (filmischen oder literarischen) Diskurs eingeschrieben sein. Das ist wichtig, in Deutschland aber gar nicht so einfach.

Wie machen es die USA, die in der Hinsicht „weiter“ sind? — Da gibt es den schwarzen Hacker, den Latino-Cop usw. Das meiste davon ist ein Klischee, eine gesellschaftliche Fiktion. So viele schwarze Anwälte oder Hacker, wie sie in Serien gezeigt werden, gibt es natürlich nicht. Und die Zuschauer wissen das. Aber trotzdem ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Anderssein fällt weniger auf, wenn in den Büros der Serien automatisch immer auch Anders-Aussehende am Tisch sitzen. Die USA hat mit dieser Casting-Politik früh begonnen — da gab es dann natürlich etliche Verfehlungen: z. B. der Afro-Amerikaner in Slasher-Filmen, warum muss er immer sterben? Auch aus diesen Fehlern lernt die Filmwirtschaft und es gibt einen Diskurs, wie Minderheiten gezeigt werden sollen.

Wie eine Minderheit gezeigt werden soll, ist also weniger eine Frage, die man an den Inhalt stellt, sondern eher eine „politische Entscheidung“. In der Art und Weise, wie man eine Figur zur Erscheinung bringen möchte, trifft man eine Aussage über die Gruppe, der die Figur zugehört. Das ist leider immer so, ein Automatismus, dem man nur schwer entrinnen kann. Die Farbe des Hintergrunds all dieser Entscheidungen ist: weiß (und männlich), das ist nun einmal auch heute noch die Norm.

Und es kann sein, dass das Verfolgen der „politische Entscheidung“ die Gefahr birgt, keine sonderlich „realistischen“ oder milieu-getreuen Resultate zu zeitigen. Das stimmt vollkommen. Die Frage ist, ob man das schlimm findet. Oder nicht. (Ich finde es nicht schlimm.)

Es tut sich etwas, auch in Deutschland.

Denn der zweite Schritt in die richtige Richtung: Migranten-Themen, Frauen-Themen usw. sollten am besten auch von Migranten, Frauen usw. geschrieben werden. Da fallen dann schnell solche behelfsmäßig errichteten Rollenmuster ganz weg. Und der dritte Schritt: Vertreter der Minderheiten schreiben auch den Mainstream-Stoff und nach und nach entstehen neue Erzählungen mit alten Inhalten, bis vielleicht mal die Unterscheidung in Fremd-Ursprünglich oder Minderheit-Mehrheit nicht mehr so relevant geworden ist….

Mal schauen!

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