WEDNESDAY

Die Addams Familie ist zurück in dem Medium, in dem sie nach ihrer Erschaffung als Cartoon zu besonderer Berühmtheit gelangten: im Fernsehen. Aber WEDNESDAY erzählt keine schwarzhumorige Familiengeschichte, die gekonnt mit amerikanischen Idealen spielt.

Stattdessen richtet sich alles, ähnlich wie bei RIVERDALE, zuerst an Teenager. Und es geht gleich um alles: Selbstfindung, Gesellschaftsutopie, Geschichtsschreibung. Teenager-Serie eben.

WEDNESDAY von Netflix beherzigt alle Tropen, die Serien, die sich zuerst an Teenager richten, aufweisen sollten: eine Heldin zwischen zwei Love-Interests, ein Internat mit Sendungsbewusstsein (ihre Existenz ist quasi die Botschaft an sich), eine Direktorin und Lehrkräfte mit undurchdringlichen Motiven, eine riesige, perfekt ausgeleuchtete Feier, kleine Intrigen zwischen Gebetsschwestern, eine dramatisch überzeichnete Ausleuchtung und leicht aufdringliche musikalische Untermalung der Szenen usw.

Die Serie ist vorhersehbar entworfen und spielt weniger mit Erzählmustern als mit Skurrilitäten. Die Heldin droht in ihrer Perfektion, ihrem stoischen Abnicken jedes Schicksalsschlag und ihrer zurückgehaltenen Emotionalität einem schnell auf die Nerven zu gehen. Zum Glück muss sie – auf Strecke – Rückschläge erleiden und wird in ihrer emotionalen Verletzlichkeit gezeigt. Das hilft, dass man die vorhersehbare Handlung bis zum Schluss noch beiwohnen mag.

WEDNESDAY ist die richtige Serie für den Herbst. Die Überraschung am Ende ist, dass die Serie um eine Heldin mit makabren, düsteren Vorlieben und Monstern, niemanden überrascht.

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