TOP GUN: MAVERICK

Tom Cruise hat mit seinen Paramount-Filmen ein eigenes Genre entwickelt. Es geht um den Star Tom Cruise, wie er sich für ein Team einsetzt, es im Zweifel sogar ausbildet, stets hilft – bis zur Selbstauslöschung -, und dieses Team dann, wenn Tom Cruise Hilfe braucht, ihm die Treue hält und ihn aus einer Gefahrensituation rettet. Natürlich rennt, fährt und saust er dabei durch alle Elemente, die der Planet ihm entgegen werfen kann.

Das Prinzip bewährt sich bei MISSION:IMPOSSIBLE Filmen. Aber besonders bei TOP GUN:MAVERICK. Der Film hat außer kurz vorm Ende wenig Überraschendes zu bieten, zugegeben. Aber doch trifft er für das Drama der Figur Maverick und für die Beziehungskonflikte den richtigen Ton. Ein wunderbarer Film, der sein Versprechen – Action, Gefühl und Tom Cruise – zu bieten, vollständig einlöst.

Der Film ist geradlinig, kein Genre-Mischmasch, den wir uneingefordert und leider immer sehr schlecht gemacht auf den Streamern finden. Kurz: Mit der ganzen Präzisionstechnik eines Kampfjets entführt uns der Film in die Welt der Gefühle eines Mannes, der darum kämpft, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

Wenige Stars würden zulassen, was für Tom Cruise das Stigma seines Startums darstellt: Sich schwach und hilfsbedürftig zeigen, sich retten lassen. Dass er das zulässt, beweist erst seine Stärke als Blockbuster-Star.

Wunderbar ist eine finale Szene, die ++ Spoiler ++ Penny und den von seinem Einsatz heimkehrenden Tom Cruise zeigt. Überhaupt die Figur Penny. Jennifer Connelly spielt nicht eine Femme Fatale, die über ihre eigenen Skrupel stolpert. Sondern eine Amerikanerin, die mit beiden Füßen auf dem Boden ihrer Bar oder an Bord ihres Segelbootes steht. Zugänglich, nimmt kein Blatt vor den Mund, nahbar, gewissenhaft, emphatisch. Großartig ist, dass im Off zwischen den beiden Top Gun Filmen eine Liebesaffäre stattgefunden hat. So macht die Fortsetzung nicht den Fehler vom Original: Eine unglaubwürdige Liebesgeschichte, um dem Helden eine Frau zur Seite zu geben. Die neue Liebesgeschichte, im Gegensatz zu der aus den 80gern, kauft man Tom Cruise ab.

Entsprechend ist Penny keine Frau, die auf ihren Heimkehrer-Helden wartet. Das Wiedersehen wird verzögert, es ist die Frau, die ihren Helden aufsucht, die ihn sich erobert hat. Genauso wichtig das gemeinsame Segeln: Sie ist keine Frau, die sich ausschließlich vom Helden auf seinem Motorrad kutschieren lässt, sondern bringt ihm das Segeln bei. Es ist wichtig, ein Macht-Gleichgewicht in Beziehungen, in denen einer (meist der Mann), in die Welt hinaus zieht, und die Frau auf ihn besorgt wartet, zu etablieren.

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