Reflexivität als Anreiz

Die SCREAM-Reihe reflektiert ohne Unterlass die Konventionen des Horror-Genres. Mörder, die unverwundbar erscheinen, langhaarige Frauen, die schreiend wegrennen, kaum tiefenpsychologisch entwickelte, aber doch empathische Figuren, genüsslich ausgebreitete Todes-Sequenzen. – SCREAM weiß genau, was der Zuschauer vom Slasher-Genre erwartet, und schenkt es ihm.

Die Reflexivität der Filme dient dazu, dem Zuschauer auch das letzte Bisschen an Gewissensbissen auszubrennen. Das Abschlachten von Menschen bietet die Reihe als Genuss an, um im nächsten Zug auch diesen Genuss zur Diskussion zu stellen. Adorno hätte seinen Spaß an so viel negativer Dialektik.

Doch, sein wir ehrlich, der Diskurs über die Macht der Medien (Können Medien einen zum Mörder machen?) wird pop-kultur tauglich, d. h.: flach, geführt. Am Ende soll die Meta-Ebene nur ein altes Genre für das neue Zeitalter auferstehen lassen. Alter Wein in neuen Schläuchen.

Trotzdem – seit dem ersten Film bin ich ein großer Fan und schaue dem Blutvergießen mit dem nötigen Augenzwinkern zu. Zu einem guten Film zählt schließlich mehr als nur eine gute Idee.

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