THE NEGOTIATOR

Lebendige Figuren wechseln die Haltung innerhalb derselben Szene. Ein tolles und klimatisches Beispiel findet sich am Anfang des Action-Thrillers THE NEGOTIATOR, auch genannt: VERHANDLUNGSSACHE.

Samuel Jackson verhandelt ergebnislos mit einem Kidnapper, bis er soweit geht, sich selbst als Geisel anzubieten. Das führt in klassischer Filmdramaturgie dazu, dass ihm eine Waffe an den Kopf gehalten wird. Aber Samuel ist gewitzt, bewahrt Kontrolle über sich und bleibt gelassen.

Als die Polizei mit seiner Hilfe den Kidnapper unschädlich macht, hat Samuel Jackson plötzlich ein Schrottgewehr in der Hand, drückt den Lauf in die Wange des Kidnappers, der von der Polizei „unschädlich gemacht“ wurde. Die Hand des Verhandlungsführers zittert, die Miene angespannt, der Mund zugekniffen – er steht kurz davor, abzudrücken. Erst sein warmherziger Kollege kann ihn vor der Durchführung abbringen.

Dieser Umschwung in der Haltung beweist auf einfache, zugegeben: wenig originelle Weise, wie sehr die Figur bei den Verhandlungen unter Anspannung stand, auch wenn man es ihm nicht ansehen konnte. Die Spannung muss sich schließlich entladen, und das tut sie fast auf gewaltsame Art.

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