PRINZESSIN MONONOKE von Hayao Miyazaki

Miyazakis Anime-Klassiker beeindruckt durch die Stellung, die den Fabelwesen (Götter, japanische „Nymphen“ usw.) in der Story zugestanden wird: Es gilt eben nicht der klassische Gegensatz von Mensch versus Naturwesen. Sondern die Kriegsparteien tragen die Auseinandersetzung in die eigene Natürlichkeit.

Menschen bekriegen sich gegeneinander und versuchen, die Naturvölker auszulöschen. Die Tier-Götter des Waldes bekriegen die Menschen und versuchen sich gegen die anderen durchzusetzen. Jeder gegen jeden, alles im Namen des Waldes, ausgelöst durch die Entwicklung der Menschen.

Doch möchte der Film keine Anklage, kein Pamphlet für unberührte Natur und Green-Economy avant la lettre sein. Vielmehr eine Bestandsaufnahme, der Schnappschuss einer Fiktion des Machtgewinns.

Bemerkenswert und klug ist dabei das Konzept des Hasses: Der Trieb verleiht dem Träger dämonische Stärke, verzehrt gleichzeitig aber auch seine Lebenskraft. Stärke hat seinen Preis.

Im Anime ist es ein schönes, oft wiederkehrendes Motiv. Am besten bearbeitet – für mich – findet sich dieses Prinzip im Manga BERSERK von Kentaro Miura. Der Hauptcharakter bekommt eine Rüstung, die ihn im Kampf fast unbesiegbar macht. Doch lässt sie ihn auch nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden, keine Schmerzen mehr spüren. Der Kämpfer kämpft, bis der Körper (und seine Freunde) ausgelöscht sind.

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