M. A. S. H. und die Figur Vollmer

Gute Satire hält der Gesellschaft den Spiegel vor. Dafür tragen die Figuren eine Narrenkappe – so sehr sie psychologisch oder realistisch nachvollziehbar auch gezeichnet sein mögen, sie bleiben doch immer Auswüchse des Films oder der Serie.

Wenn alle Figuren Narren sind – oder bekloppt –, wann erkennen die Zuschauer dann, dass die Verrücktheit Intention, das Verrückte Normalität ist?

Dazu eignet sich besonders eine Figur, die dem Narrenspiel fremd erscheint, aber in ihrem Tun und Handeln sehr einem „Normalo“ gleichkommt.

Bei Robert Altmans Klassiker M. A. S. H. zum Beispiel hört die Figur auf den Namen SSgt. Vollmer, ein etwas blöder, obrigkeitshöriger und außerordentlich beflissener Soldat. In unserer Welt ein normaler, der in der Lazarett-Welt Koreas aber zu einer engstirnige Dumpfbacke verkommt. Er handelt, wie man eigentlich in seiner Lage handeln sollte und wird zum Spott der Feldärzte und des Zuschauers.

Deshalb ganz wichtig: Für Welten, die wie eine Karikatur funktionieren, braucht es unbedingt eine Maßeinheit, die Normalität (das Gewöhnliche) repräsentiert. So kann der Zuschauer schneller die Fiktion als Fiktion und als komische Überspitzung annehmen.

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