Über Computerspiele und Filme – JUMANJI vs. PREDATOR

Intense Looking People im Dschungel (Promo-Bild Jumanji 2017, Columbia Pictures)

In Filmen bietet dichter Dschungel genug Raum für Abenteuer, Eisbären (wie bei LOST), Nashörner-Herden oder Menschen jagende Aliens. Zwei Popcorn-Filme, die sich dem Dschungel widmen, könnten nicht unterschiedlicher in ihrem jeweiligen Dramaturgie-Prinzip sein: JUMANJI von 2017 und der fast dreißig Jahre ältere PREDATOR mit Arnold Schwarzenegger.

Dass bei beiden Filmen auch noch die Hauptfigur ein Muskelberg eines Mannes ist, ist eine der wenigen Gemeinsamkeiten. (Beide Filme gehen mit der Besetzung der Figur übrigens ironisch um.)

Bei PREDATOR fällt auf, dass ab der Erkenntnis, dass die Soldaten von einem übernatürlichen Wesen gejagt werden, sich die Action-Szenen organisch in den Plot einfügen. Das Niedermetzeln, Wegrennen und Sich-Opfern fordert der Plot mit größter Dringlichkeit ein, um die Charakter-Entwicklung fortzuschreiben, Konflikte aufzulösen und die Figuren mit ihrem Schicksal zu versöhnen.

Bei JUMANJI ist das komplett anders: Ähnlich wie eine COBRA 11 Folge machen sich die Autoren nicht einmal die Mühe, Plotpoints und Wendepunkte in den Szenen und Charakter-Momenten zu verstecken. Die Szenen sind das, wofür sie stehen, es gibt kein tieferes oder komplexeres Zeichengeflecht, worauf sie verweisen könnten. Ganz Oberfläche legen sie die Dramaturgie des Films offen und blinken wie Leuchtmarkierungen in der Nacht.

Die Charakter-Beats werden zwischen die Action-Szenen gelegt. Die Figuren bekommen (!) Szenen, in denen sie sich aussprechen können, interagieren – und natürlich schnell aber nachvollziehbar alte Überzeugungen ablegen.

Die spektakuläre Action interessiert das Geschwafel wenig. Die Schlägereien zu Fuß und auf Motorrädern, in Hubschraubern und in Schlangengruben existieren für sich, es sind Stationen, die abgearbeitet werden. Der Charakterzug und die Entwicklung der Figuren ist Beiwerk geworden, der aber – genauso wie ein Berg bestiegen werden möchte – den Anspruch hat, durchgemacht und durchlebt zu werden.

Ähnlich wie bei manchen Marvel-Filmen verwandelt sich Dramaturgie in ein zunehmendes Abarbeiten von Stationen, eine Schnitzeljagd, wo mindestens eine Station am Innenleben der Figur rührt.

Manchmal kann ich den Vorwurf nachvollziehen, wenn es heißt: Filme entwickeln sich zunehmend zu Oberflächen-Phänomenen (zu Inhalt ohne nennenswerte tiefe Bedeutung).

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