Die 10 Gebote für Heist-Movies


Die 10 Gebote für Heist-Movies

BABY DRIVER (als Wallpaper bearbeiteter Filmstill)

BABY DRIVER ist ein gelungenes Beispiel für einen Heist-Film. Der Film steht in einer langen Tradition von Filmen wie HEAT, THE TOWN, Jean-Pierre Melvilles LE DEUXIÈME SOUFFLE u. a.

Was macht BABY DRIVER zu einem klassischen Genre-Film des Heist-Genres?

  1. Die Überfälle: Die Teams werden zusammengetrommelt und überfallen Banken; jeder in der Gruppe hat eine klare Funktion; in der Hinsicht ähneln die Räuber-Banden immer den Filmteams selbst: auch hier kommen Menschen zusammen, um ein Projekt fertigzustellen. Entsprechend gibt es ein Kickoff-Meeting, den Akt an sich und dann das Ende, die Scheidung der Partner
  2. die Truppe ist immer professionell, eingespielt; kein Raum für Stümper, und wenn doch, dann ist es der Beginn vom Ende
  3. Die Welt der Polizei wird entweder ganz ausgeblendet – oder als Gegenwelt zu den Gangstern kenntlich gemacht (HEAT). Man kann beide Milieus aber nicht mischen, die Polizei ist entweder stark mit eigenem kompetenten Ermittlern – oder quasi nur als Gegenkraft beim schiefgegangenen Überfall zu spüren
  4. Es muss immer einen geben, der böser ist, als die Bösen. Double-Crossing, neue Allianzen werden wichtig und erhöhen „the odds“ der Überfall-Serie
  5. Es ist der letzte Job des Protagonisten, danach hört er auf; eigentlich ist er ein Einzelkämpfer, er ist irgendwie anders als die Team-Mitglieder
  6. Die Liebe: Neben dem Räubertum entdeckt der Protagonist eine Frau – und sein Herz für eben diese. Die lebensverändernde Liebe in weniger als einer Stunde: Der Film hat nur wenige Szenen, um die Chemie und die Kraft dieser neuen Beziehung verständlich zu machen
  7. Kein Happy-End; der Protagonist muss am Ende sterben, oder zumindest ins Gefängnis gehen; keine Flucht in die Abendröte, auch wenn er dies wünscht
  8. Er kann nicht anders – es geht den Räubern nicht nur um Geld, sondern auch um einen Lifestyle, sie leben für den Augenblick und genießen den Rausch des „Bad-Boy-tums“
  9. die Pragmatiker: es geht nie um Ethik oder aktuelles Tagesgeschehen der Politik, die Räuber haben einen eigenen Code, ein eigenes Gesetz; entsprechend brauchen sie kein Gericht und keine Polizei, um Strafen zu verhängen; sie sind ähnlich wie Judge Dredd Henker und Richter zugleich
  10. Die Großstadt: Überfälle und Verfolgungsjagden finden auf Asphalt statt, zwischen Hochhäusern, führen über und unter Brücken hindurch; ländliche Landschaften kommen selten in Heist-Filmen vor

Heist-Filme sind also keine Gangster-Filme und gehören noch weniger dem Mafia-Genre an.

2 Kommentare zu „Die 10 Gebote für Heist-Movies

    1. Stimmt, guter Hinweis! Bei HEAT wird betont, dass das Leben des Heist-Gangsters seinen Reiz hat. Bei THE TOWN war es eher so, dass die Leute aus Armut und fehlenden Perspektiven zu Bankräubern werden, oder? Im Vergleich also deutlich weniger cool…

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