Travis Scott und die Fans, Netflix
Der Rapper und die Kinder (Bild aus Dokumentarfilm, Netflix)

Es gibt Konfigurationen, die die Grenze zwischen Dokumentar- und Propaganda-Film einreißen. Eines dieser visuellen Settings ist der Star angesichts der ihn anhimmelnden Masse.

Wir müssen dabei nicht gleich an Leni Riefenstahl denken. Auch heute noch lässt sich diese audiovisuelle Konfiguration leicht dingfest machen. Zum Beispiel bei dem (angeblich) intimen Porträt des Rappers Travis Scott: LOOK MOM I CAN FLY – auf Netflix.

Der beste Beweis für einen reflexhaften Starkult, der sich in Bild und Ton ausdrückt, ist die Vereinzelung des Stars vor der eigens für ihn zusammengerufenen Masse.

Das geschieht hier gefühlt zwei Stunden lang.

Visuell und kinematographisch ansprechend und aussagekräftig sind in Filmen ganz andere Bilder: Dann, wenn die Masse nicht wie ein Teppich aus Augen im Hintergrund weilt, dann, wenn sie nicht zum Objekt degradiert wird, die zum einzigen Akteur, den Star, aufblicken muss.

Im einundzwanzigsten Jahrhundert sollten wir endlich von solchen missverständlichen Blick-Strukturen Abschied nehmen. Schließlich ist es der Fan, und zwar jeder einzelne, der den Star zum Star macht.

#travisscott #netflix

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