AVENGERS: ENDGAME – wenn Menschen und Superhelden aufeinander einschlagen

Menschen und Superhelden teilen sich eine Leinwand (Promo-Bild)

An AVENGERS: ENDGAME kommt man auch als Nicht-Marvel-Fan nicht mehr vorbei. Ich wurde von dem Film angenehm überrascht. Anders als bei AVENGERS: INFINITY WAR fühlte ich mich nach drei Stunden nicht emotional und körperlich ausgelaugt.

Der Film zeigt jedem Dramaturgie-Interessenten eine Sache auf, der man eigentlich beim Entwerfen von Story-Welten in Action-Filmen größten Stellenwert einräumt – es ist aber gar nicht so wichtig:

Es ist die Glaubwürdigkeit der Action, besonders: die Nachvollziehbarkeit der Kräfteverhältnisse zwischen den Figuren.

+++Spoiler folgen+++

Besonders in der finalen Schlacht offenbart sich, dass auch eine Liga an Drehbuchautoren es nicht schafft, eine kohärente Gesetzmäßigkeit für Dutzende Körper zu finden, die mit Gewalt aufeinander treffen.

Krieg kennt keine Regeln.

Stattdessen wird die Kraft der Figuren als Potential für die Story-Beats genutzt.

Machen wir es konkret: Captain Marvel kann alleine ein riesiges Raumschiff auseinander nehmen, scheitert aber an Thanos? Captain America, ein genetisch überlegener Mensch, aber immer noch ein Mensch, und Iron Man haben mehr Erfolg gegen den violetten Riesen als die Über-Kräftige Marvel?

Selbst in einer Welt, die etliche Male auf Plausibilität, Wahrscheinlichkeit und Bedingtheiten geprüft wurde, kann sich kein starres Gesetz durchsetzen, dem sich der logische Verlauf der Dinge fügt.

Das ist vollkommen gut so.

Und warum mit Fäusten und Schwertern kämpfen, wenn man auch schießen kann?

Ja, das macht alles innerhalb der Story-Welt eigentlich keinen Sinn.

Der Film bietet stattdessen etwas an, was wir als Zuschauer dankbar aufnehmen: eine emotionale Durchdringung der Action. Die Regeln, die die Welt eigenständig aufbaut, werden je nach emotionaler Notwendigkeit für den Verlauf der Geschichte befolgt oder ausgehebelt.

Einzig Figuren, die Empathie (und manchmal auch Sympathie) beim Zuschauer wecken, schaffen es, dass größte Freiheiten bei Action-Szenen verziehen werden.

Und manchmal sind es diese Eskapaden in Momenten des Exzesses (– der Ausstieg aus dem Logisch-Nachvollziehbarem in Action-Szenen), die den Mehrwert der Erzählung schaffen.

#avengersendgame #marvel #superhelden

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