Netflix

BRIGHT

Eine der ersten Filme, die Netflix exklusiv mit Stars vor und hinter der Kamera produziert hat: BRIGHT. Der Film ist am Ende aber bloß das Remake eines der bekanntesten Filme des Regisseurs David Ayer – die Rede ist von TRAINING DAY. Hier ohne Denzel Washington, dafür aber mit Elfen und Orks. Die Schauwerte jedoch retten die bestens bekannte, vorhersehbare Story und haben, zumindest mir, eine angenehme Abendunterhaltung geboten.

Eine der Schauwerte des Films ist Will Smith. Manche der generischen Szenen überraschen durch die Präsenz des Stars. Für den Star wird schnell mal eine Szene umgeschrieben, die Mise en Scène angepasst, so bestimmt auch hier. Die Gesten, über die er verfügen darf, haben sich die meisten Schauspieler, die regelmäßig gebucht werden wollen, schnell abgewöhnt – zu kompliziert für die szenische Auflösung. Will Smith aber genießt es, sich Zeit zu nehmen, für sich, die Geschichte des angeschossenen Cops und überhaupt für die Entscheidungsfindung in brenzligen Situationen.

Den anderen Schauwert sieht man nicht, spürt ihn aber in jeder Szene: Es ist der Regisseur David Ayer. Der Film atmet seine Themen, seine Milieu-Behandlung und seine Stilisierung: Die kilometerlang an die Wände gesprühten Graffitis, das stinkende, im Licht pulsierende Ballungsgebiet der Stadt der verloren-vergessenen Engel zeigt der Film in harten, atmenden Aufnahmen. Das mit den Engeln nimmt der Film wortwörtlich, in den Bildern wie auch im Thema des Films: Die Auferstehung der Gefallenen, die Neugeburt und die Neueingliederung in die Gesellschaft – alles religiöse Themen, die nun im Dienste der Mensch-Ork-Dualität und -Geschichte stehen.

Soweit so gut. Was stört? – Es ist leider das Handlungskorsett. Die aufgebotene Fantasie-Welt fasziniert. Leider wird aber nicht klar, weshalb manche detaillierte Vorstellungsszenen für diesen Plot nötig sein sollen. Die Metapher, die hier am Werk ist, ist nach der Szene bei Will Smith im Haus jedem Zuschauer klar: Black Lives Matter und Rassismus, aber mit Orks. Eine einfache Metapher trübt den Filmgenuss nicht.

Dafür aber um so mehr eine vorhersehbare Handlung mit perfektem Ende. Der generischen Handlung fehlt außer Originalität auch ein richtiger Oberbösewicht. Die böse Elfin, die zwar ein ganzes Bataillon an Polizisten im Alleingang auslöscht, dafür aber an Will Smith und seinen Küchenutensilien scheitert, fasziniert wenig. Sie ist bloß Oberfläche und darf Klischeesätze auf Elfisch sprechen. Deshalb verpufft auch der große Showdown, bietet keine große Steigerung gegenüber den anderen (großartigen!) Action-Szenen.

Schade. Schöne Unterhaltung ist es. Dafür, dass es „nur“ Fernsehen ist, aber allemal sehenswert!

 

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