HERO

Zhangs Yimous Film HERO riss mich damals mit: Martial Arts war seit meiner Kindheit (wann sonst?) einer meiner Lieblingsgenres. HERO aber erhob die spektakuläre Choreographie der Körper zur Farbpoesie.

Der Reiz des Films liegt nicht, wie oft für Kampffilme, im Schnitt. King Hus A TOUCH OF ZEN ist in dieser Hinsicht maßgebend: Die Erscheinung der buddhistischen Mönche im Wald, deren Macht und mystische Erhabenheit beglaubigt durch das Glänzen des Sees, das Zittern der Blätter, das Flimmern der Sonnenstrahlen im Wald, bleibt ein Meilenstein des Schnitts.

HERO arbeitet, Zhany Yimou typisch, mit der Farbgebung, modelliert Landschaften,  Räume und Kostüme zu fluiden Farbräumen, die ineinander übergehen, Körper aufnehmen, wegfegen, ent- und verdecken. Kinematographische Räume, die sich wie eine zweite Haut auf die Kämpfer im Bild legen.

Großartig zudem die verschachtelte Erzählung: Ein Namenloser kommt an den Palast, präsentiert die Schwerter von drei Assassinen und die passende Geschichte dazu. Der König aber ist schlau, er kann Lüge von Wahrheit, Vorwand von Motiv unterscheiden.

Der farblose Namenlose (Jet Li) berichtet in einem dunklen, kontrastreichen Raum.  Schwarz  dominiert die Farbgebung. Der Bericht ist nüchtern, dem Befehlston nicht unähnlich, es herrscht ein einziger, langer Austausch von Informationen.

Die erzählten Ereignisse aber schimmern grün, rot und blau. Die Farben stehen nicht nur für die einzelnen Erinnerungsschichten und -räume, sie sind auch die Zeichen der Emotionen, die in diesen Räumen gelebt werden. Blau für das Paktieren, die Harmonie im Abwägen und Planen, Rot für die Leidenschaft, die Eifersuchtsgeschichte…

Das Pathos der Erinnerungen und der Gefühlsverwicklungen wird durch die Direktheit der einfachen Erzählung, als Bericht vorgetragen, gerahmt. Das stiftet die formale Einheit des Films.

Schließlich das Ende: Das Pathos sprengt seine Ketten, ergreift vom Erzählenden Besitz – der Namenlose gibt den fein ausgearbeiteten Plan auf. Und wird damit zum Volkshelden.

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