DE ROUILLE ET D’OS

Wie lassen sich große, wilde Körper zähmen? Um das wilde Tier oder den schweigsamen Mann zu zähmen, muss nicht der Dompteur eine Beziehung zu dem Körper eingehen, sich fügen? Wie weit darf das Sich-Fügen gehen, wo ist die Grenze? – Diese Fragen stellt Jacques Audiard schöner Film DE ROUILLE ET D’OS.

Alain van Versch (Matthias Schoenaerts) spielt den schweigsamen Monolith eines Mannes, der uns mit seiner Präsenz erdrückt. Eine impulsgetriebene Männerfigur, trotzdem ganz sympathisch und nahbar. Er ähnelt in seinem schweigsamen Gebären etwas den Orkas, die im riesigen Schwimmbecken ihre Nasen an die Scheiben stoßen.

Alain ist reizbar wie ein Tier, stets stumm aber präsent; seine Entscheidungen tragen nicht weit, sie reichen für den Moment; ihm fehlen gestalterische Qualitäten, er ist ganz Körper, Faustkämpfer, Schläger und Riese.

Er trifft auf die Richtige, auf Stéphanie (Marion Cotillard). Sie weiß, wie man die gewaltigen Körpermassen der Orkas durch leise Handbewegungen lenkt. Aber Kunststücke wie Tiere soll Alain nicht vorführen, er soll nur zum Menschen werden. Tiere im Dienste des Humanismus. Bei Jacques Audriard funktioniert es, im wahren Leben mit der problematischen Orka-Haltung in Aquarien bleibt es leeres Versprechen.

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