The Adventures of Tintin

Steven Spielbergs Welten haben mich als Kind fasziniert, sie tun es auch heute noch. Oft wird der Aufwand und der Ideenreichtum unterschätzt, die in seine Filme einfließen. Meist lassen sich die Filme wie angenehmes Popcorn-Kino ohne großen geistigen Widerstand schauen. Doch sind seine Filmentwürfe stets einzigartig und überraschend.

THE ADVENTURES OF TINTIN ist hier keine Ausnahme. Auch hier steigert sich die wohlbekannte Welt des Comics zu einer sinnlichen Übersteigerung der materiellen Welt, Körper fallen im rasanten Tempo auf Körper, Krähne werden zu Schwertern, Wasserwellen drücken schäumend Sandhügel nieder. Doch etwas fehlt, die Vermutung liegt nahe, und sie stimmt, dass es Menschen sind, die in der Symphonie der Leiber den entscheidenden Akkord nicht spielen und somit der Symphonie ihre Wirkung entziehen. Der Film verzichtet oft auf den Schnitt, um eine Action-Sequenz aufzulösen oder ihr den nötigen drive zu verpassen. Dafür wird die Handlung der action gesteigert: Man hängt, fliegt, läuft, rennt, surft und das jederzeit, überall.

Natürlich staunen wir nicht wenig bei solcher Opulenz an choreografierten Körpern und Dingen. Aber die emotionale Bindung an die Figuren und ihre Motivation – dieses eine Element, das uns gute zwei Stunden im Stuhl sitzen lässen – fehlt.

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